Allee im Flickschupark trägt den Namen des Gartenkünstler Hans Schmidt

Der aus Burg stammende Gartenarchitekt Hans Schmidt wurde 1912 mit der Gestaltung des Flickschuparks sowie des heutigen Goetheparks beauftragt. Die Allee im Flickschupark trägt zum Gedenken an ihn ab dem 7. Juni 2018 seinen Namen. Eigens für die Freigabe der »Hans-Schmidt-Allee» reiste die 83-jährige Nichte, Frau Dr. Gerda Ganster, von fern an. Gern folgte sie der Einladung der Stadt Burg in den Flickschupark. Bürgermeister Jörg Rehbaum brachte seine Freude über das Erscheinen des Buches "Der Gartenkünstler Hans Schmidt und die Parkanlagen von Burg" zum Ausdruck, welches vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt – Landesmuseum für Vorgeschichte herausgegeben und zum Anlass der Freigabe der »Hans-Schmidt-Allee», vorgestellt wurde. Die Enthüllung des Schildes mit dem Namen "Hans Schmidt Allee" im Flickschupark übernahm Frau Dr. Gerda Ganster voller Stolz als Nichte des zu recht gewürdigten Gartengestaltungskünstlers Hans Schmidt. (Foto Stadt Burg)

Lesen Sie nachfolgende Presseinformation des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt – Landesmuseum für Vorgeschichte

Buchvorstellung und Freigabe der »Hans-Schmidt-Allee«

Die 4. Landesgartenschau Sachsen-Anhalts in Burg (21. April bis 7. Oktober 2018) kann bereits etwa sechs Wochen nach ihrer Eröffnung einen bedeutenden Besuchererfolg verzeichnen. Mit dem Goethe- und dem Flickschupark sind zwei ihrer Kernbereiche untrennbar mit dem Gartenkünstler und bedeutenden Sohn der Stadt Hans Schmidt (1879–1958) verbunden. Die Einrichtung beider Parkanlagen geht auf eine Spende der Unternehmergattin Albertine Flickschu zurück, die der Stadt im Jahr 1905 die großzügige Summe von 175.000 Mark vermachte, verbunden mit der Bedingung, mit Hilfe dieser Zuwendung einen öffentlichen Park zu schaffen. 1912 wurde Hans Schmidt mit der Gestaltung zweier entsprechender Anlagen beauftragt. Der Gartenarchitekt stammte aus Burg, hatte seine Ausbildung an der Königlichen Gärtnerlehranstalt am Wildpark in Potsdam absolviert und sich in seiner Heimatstadt bereits mit der Gestaltung des Kaiser-Wilhelm-Platzes 1903 einen Namen gemacht. Nach seinen Entwürfen wurden die Bahnhofsanlagen – der heutige Goethepark – und der Flickschupark gestaltet.

Beide Anlagen stehen unter Denkmalschutz. Bereits vor der Wettbewerbsauslobung für die Landesgartenschau wurde im Auftrag der Stadt Burg eine gartendenkmalpflegerische Rahmenkonzeption zur Neugestaltung und Instandsetzung der Park- und Gartenanlagen erstellt, die die Altstadt von Burg umrahmen. Dieses Konzept wurde in den vergangenen Jahren in einer engen und fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen der Stadt Burg, der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises Jerichower Land, dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt und den beteiligten Planungsbüros und Landschaftsgärtnern umgesetzt. Ihre Sanierung, teilweise Neugestaltung und nachhaltige Instandsetzung im Zuge der Landesgartenschau stellt ein äußerst positives Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen Denkmaleigentümer, Denkmalpflegern und ausführenden Akteuren dar.

Zudem standen in diesem Zusammenhang Leben und Werk des Gartengestalters Hans Schmidt erstmals im Fokus wissenschaftlichen Interesses. Sein reichhaltiger Nachlass, der sich heute im Dessauer Stadtarchiv befindet, wurde im Vorfeld der Neugestaltung seiner Anlagen in Burg systematisch erschlossen. Das Ergebnis liegt seit heute auch in Form einer qualitätvollen, ansprechend gestalteten und reich bebilderten Publikation vor, die anlässlich der Landesgartenschau als Band 12 der Reihe »Kleine Hefte zur Denkmalpflege« unter dem Titel »Der Gartenkünstler Hans Schmidt und die Parkanlagen von Burg« erscheint.

Im Mittelpunkt des Buches steht »Der Gartenarchitekt der Burger Parkanlagen Hans Schmidt im Spiegel seiner Zeit«. Der Beitrag der Gartenarchitektin Katharina Baumgart (Berlin) stellt die Biographie und das Wirken des Gartengestalters auf der Grundlage seines Nachlasses vor. So werden sein Ausbildungsweg sowie sein Schaffen für seine Heimatstadt Burg und weitere Auftraggeber in Sachsen-Anhalt untersucht, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf den Anlagen der Landesgartenschau 2018 liegt. Abgerundet wird dieser grundlegende Beitrag durch Listen der Publikationen, Manuskripte und Presseartikel Hans Schmidts, einen ausführlichen tabellarischen Überblick über seine Lebensdaten sowie einen umfassenden farbigen Tafelteil, der einen Querschnitt aus Schmidts Nachlass abbildet und insbesondere Entwurfszeichnungen – teils in Form von kolorierten Schaubildern und Zeichnungen – seiner Planungen für Burg und Sachsen-Anhalt umfasst. Den Abschluss bildet das Ex-Libris von Hans Schmidt, das möglicherweise die Pauluskirche in Halle zeigt.

Eingerahmt und abgerundet wird dieses Hauptkapitel durch Beiträge zur Entwicklung des Erwerbsgartenbaus in Burg von seinen Anfängen bis zu seiner Blüte im 20. Jahrhundert und einen historischen Überblick über Zeugnisse der Gartenkunst in Sachsen-Anhalt. Auch die Ergebnisse archäologischer Ausgrabungen, die im Vorfeld der Landesgartenschau durchgeführt wurden und die eine Besiedlung des Burger Weinbergs von der Altsteinzeit bis in die Neuzeit belegen, werden in dem Band vorgestellt. Ein Beitrag zur Landesgartenschau Burg 2018 und der Balance zwischen Substanzschutz und Marketing gibt Einblick in gartendenkmalpflegerische Überlegungen hinsichtlich der touristischen Nutzung historisch wertvoller Gärten und Parks. Die Landesgartenschau in Burg bietet hierfür sowie für die enge und konstruktive Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure ein äußerst positives Beispiel.

Tiefere Einblicke in dieses Thema sowie in die Geschichte der Parkanlagen in Burg können interessierte Besucher am Freitag, den 15. Juni 2018, um 14.00 Uhr bei einer Führung mit Heike Tenzer, Referentin für Gartendenkmalpflege am Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, unter dem Titel »Auf den Spuren der Geschichte. Denkmalpflege und Landesgartenschau« gewinnen.

Die Publikation »Der Gartenkünstler Hans Schmidt und die Parkanlagen von Burg« ist zum Preis von 24,90 Euro beim Verlag Beier & Beran (Tel.: 037603 / 3688; info(at)denkmal-buch-geschichte.de) und im Buchhandel erhältlich.

Wie in den Zeilen zuvor ausführlich beschrieben, entwickelte der in Burg geborene Gartenbauarchitekt Hans Schmidt mit seinem profunden Wissen zwei Parkanlagen, die in der Burger Bevölkerung seit jeher beliebt waren. Nach den nunmehr erfolgten Umgestaltungen, insbesondere der Schaffung der neuen Spiel- und Freizeitanlangen, wird sich diese Begeisterung weiter erhöhen. Die Stadt Burg möchte mit der Benennung des Rundweges im Flickschupark in »Hans-Schmidt-Allee« nach nunmehr mehr als 100 Jahren dauerhaft an diese herausragende Leistung erinnern.

Kontakte:

Dr. Tomoko Elisabeth Emmerling
Tel.0345·5247-384         
temmerling(at)stk.lda.sachsen-anhalt.de

Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie
Sachsen-Anhalt – Landesmuseum für Vorgeschichte
Richard-Wagner-Str. 9
06114 Halle (Saale)

Bernhard Ruth
Tel. 03921 · 921 -202
bernhard.ruth(at)stadt-burg.de

Stadt Burg
In der Alten Kaserne 2
39288 Burg

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