Burg beginnt mit der Verlegung von „STOLPERSTEINEN“

Burg beginnt mit der Verlegung von „STOLPERSTEINEN“

Am Mittwoch, 27. März 2013 wurden in der Stadt Burg die ersten fünf von insgesamt 28 Stolpersteinen verlegt. Gemeinsam mit einer Gruppe von Interessierten unter der Leitung von Herrn Pfarrer i.R. Joachim Gremmes, die sich dieser Thematik verschrieben hat, lud Bürgermeister Jörg Rehbaum ein, sich vor dem Haus Breiter Weg 15 zu versammeln, wo die Auftaktveranstaltung unter einer großen Anteilnahme aus der Bevölkerung stattfand.

Hier wurden die ersten vier Stolpersteine durch den Begründer dieser Aktion, Gunter Demnig, für Mordechai Schuster, seine Frau Chaya Erna, sowie für deren Kinder Horst und Jutta, die deportiert und ermordet wurden, verlegt. Anschließend gingen die Burger zum Haus Franzosenstraße 5, um auch hier einen Stolperstein für Jenny Hurtig in den Fußgängerweg einzulassen, die in Treblinka ermordet wurde.

Die Aktion STOLPERSTEINE will uns erinnern, „stolpern“ lassen über das Schicksal von Menschen, will dem Vergessen wehren. Anliegen ist es, im Gedenken die Familien wieder „zusammenzuführen“. So sind in vielen Ländern Europas, die etwa 10x10 cm großen Messingsteine mit den Namen, Lebensdaten und dem Ort der Vernichtung schon verlegt. In etwa 670 Orten in Deutschland, Österreich, Ungarn, in den Niederlanden, Belgien, Tschechien, in der Ukraine, in Italien, Frankreich und Norwegen sind bisher 31.000 Steine verlegt. Nun wollen auch wir bei uns in Burg mit diesem Akt der Erinnerung beginnen.

Hintergrund:

In vielen Ländern Europas wurde schon seit 1997 mit der Verwirklichung des Kunst-Denkmals STOLPERSTEINE des Kölner Künstlers Gunter Demnig begonnen. Es ist ein Denkmal gegen das Vergessen unserer von den Nazis ermordeten oder in den Tod getriebenen Mitbürgerinnen und Mitbürger. Von Zeitgenossen verdrängt und vergessen, Nachgeborenen gar nicht im Bewusstsein, sind die Schicksale dieser Menschen, die als Untermenschen deportiert und ermordet wurden. Aber sie waren doch Kinder, Nachbarn, Geschäftsleute, Bekannte, Freunde, Handwerker und Ärzte, die unter uns lebten und wirkten, wie andere Menschen auch. Schlimm war die Ideologie der Ausgrenzung, die zur Vernichtung führte. Schlimm war das Schweigen, das ihren Leidensweg begleitete. Schlimm ist, dass sie und ihre Schicksale vergessen sind.

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